DIE HÄUFIGSTEN HUNDEIRRTÜMER ……..

   

Schwanzwedeln - "der freut sich"

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass ein Hund, der mit dem Schwanz wedelt sich freut und nichts anderes. Sätze wie "guck mal, der ist lieb, der wedelt mit dem Schwanz" höre ich nur zu oft. Leider...

Natürlich wedelt ein Hund auch mit dem Schwanz, wenn er sich freut, aber nicht nur. Es kommt immer auf die Situation an und vor allem, muss man auch die gesamte Körpersprache des Hundes betrachten, denn Schwanzwedeln kann sehr unterschiedlich aussehen. Es gibt unsicheres Wedeln, angespanntes Wedeln, ängstliches Wedeln, imponierendes Wedeln usw.

Grundsätzlich gilt, dass Wedeln Aufregung und Handlungsbereitschaft bedeutet. Der Hund ist bereit etwas zu tun und das heißt nicht, er ist bereit, zum Beispiel Menschen freudig zu begrüßen.

Das kann heißen, er ist bereit zu jagen, zu drohen, zu imponieren, zu beschwichtigen usw. Dabei wird auch Geruch verteilt. Man muss auch beachten, in welcher Stellung sich die Rute befindet und wie sie sich bewegt, langsam, schnell, seitlich etc.

Weiter ist dann auch wie schon erwähnt, die gesamte Körpersprache des Hundes mit einzubeziehen.

 

Nackenschütteln als artgerechte Bestrafung

Sehr oft höre ich leider auch, dass man einen Hund bestrafen soll, in dem man ihn im Nacken packt und hin- und her schüttelt, das würde die Mutterhündin auch mit ihren Welpen tun.

Fakt ist, dass eine Hundemutter niemals ihre Welpen im Nacken packt und schüttelt. Sie packt zwar ihre Welpen im Nacken, aber lediglich nur um sie zu tragen, niemals um sie zu schütteln, denn im Nacken packen und schütteln bedeutet "ich töte dich". das ist ein Beuteverhalten, sowohl bei Hunden, als auch bei Wölfen. Beute wird im Nacken gepackt, um ihnen das Genick zu brechen bzw. um sie tot zu schütteln.

So eine "Bestrafung" würde kein Hund verstehen, man erreicht eigentlich nur, dass das Vertrauensverhältnis zwischen dem Hund und seinem Menschen total zerstört ist und wahrscheinlich auch einen total verängstigen und verstörten Hund. Oder sogar einen aggressiven Hund, der sich wehrt, um sein Leben zu schützen.

Man kann bei Welpen untereinander manchmal leichte Ansätze von Nackenschüttlern erkennen, in Spielsequenzen. Es werden Bewegungsabläufe geübt, einzelne Sequenzen von Beutefang und jagen.

 

Das Anspringen - Der Hund ist nicht erzogen

Wenn ein Hund einen Menschen anspringt heißt es meist "der ist nicht erzogen" oder gar "der ist dominant".

Oft ist es ja auch so, dass wenn ein kleiner Hund oder sogar Welpen an einem Menschen hochspringen sie dafür belohnt und bestätigt werden, man spricht mit ihnen, man findet das süß, nur wenn der Hund dann mal größer geworden ist, dann wird geschimpft, obwohl er sonst immer dafür belohnt wurde.

Und gar zu behaupten der Hund sei dominant ist eigentlich ganz fatal, denn Hunde springen an Menschen hoch um an ihre Mundwinkel zu kommen um sie zu bei der Begrüßung zum Beispiel zu lecken. Denn das ist eine Unterwerfungsgeste, genau das Gegenteil einer dominanten Geste!

Das Hochspringen ist ein hundetypisches Verhalten, er macht in guter Absicht eine Unterwerfungsgeste, die vom Menschen falsch verstanden wird. Und da der Menschenmund nicht so einfach wie ein Hundemund zu erreichen ist, springt der Hund hoch. Als Alternative kann man dem Hund auch beibringen an der Hand zu lecken.

Wenn der Mensch dann anfängt den Hund für das Springen anzuschreien, desto mehr versucht der Hund zu springen, denn er möchte den wütenden Menschen beschwichtigen und so beginnt ein Teufelskreis.

 

Hunde fressen Gras nur wenn ihnen übel ist

Tatsächlich fressen Hunde aber Gras weil es ihnen schmeckt zum Beispiel.

Aber meist fressen sie Gras weil es den Stoffwechsel und den Ausscheidungsprozess anregt. Sie lösen damit evtl. auch kleine Verdauungsprobleme. Grashalme wickeln sich um spitze und unverdauliche Dinge im Magen und so werden diese Dinge mit Hilfe des Grases nach außen gebracht. Durch das Gras wird die Magensäure angeregt und Nahrung kann besser zersetzt und ausgeschieden werden.

Reicht die Magensäure dazu nicht aus, werden diese Dinge samt dem Gras erbrochen. Das ist eine Selbstregulierung des Körpers und danach ist meist der Säurehaushalt im Magen wieder ausgeglichen.

 

Der Hund muss zuerst wegschauen

Warum machen Menschen solche Machtspielchen? In dem sie einem Hund starr in die Augen blicken, bedrohen sie ihn. Warum sollte man das tun, das Anstarren und Fixieren ist unter Hunden eine Drohgebärde, guckt der Hund dann weg, beschwichtigt er den Menschen. Aber es gibt auch Hunde, die machen das Spielchen mit und legen sich dann mit dem Menschen an und ich weiß nicht, ob das so sinnvoll ist...

Des ist nicht zu verwechseln mit normalem Blickkontakt, der immer nur Sekundenweise und mit einem anderen Gesichtsausdruck ist.

 

Der hat doch noch Welpenschutz!

Wie oft hab ich das schon erlebt, da kommen Leute mit ihrem Welpen freudig zu mir und meinen Hunden, weil ihr Welpe muss ja jeden Hund begrüßen, mit ihm spielen und alle kennen lernen, da passiert ja auch nix, denn der hat ja eh Welpenschutz!

Nun ist es aber so, dass dieser so genannte Welpenschutz in dem Sinne NICHT existiert. Er existiert schon und zwar im eigenen Rudel, also unter den eigenen Hunden oder bei der Mutterhündin und den Geschwistern, aber nicht bei fremden Hunden!

Es gibt es auch viele Hunde, die gar keine Welpen mögen und sogar total von ihnen genervt sind, genau wie es für alte oder kranke Hunde die Schmerzen haben, sehr unangenehm ist, wenn das so ein junger Spund an ihnen herumziept und auf ihnen rumtrampelt und sie anrempelt.

Andere können  total aggressiv auf Welpen reagieren und das kann teilweise böse enden. So eine Erfahrung sollte man dem Welpen auch ersparen.

 

Warum Hunde Aufreiten

Aufreiten ist immer ein Zeichen für Sexualität.

Falsch, natürlich ist Aufreiten sexuell motiviert, aber nicht immer.

Aufreiten kann auch Stress bedeuten, hat ein Hund Stress, fängt er an bei Hunden oder auch Menschen und Gegenständen aufzureiten.

Es kann aber auch sein, dass ein Hund bei einem anderen Stärke demonstrieren will und deshalb aufreitet. Oder um abzutasten wie weit er gehen kann.

 

Der ist aber müde ….

Warum ein Mensch gähnt ist bis heute noch nicht sicher erforscht worden.

Bei Hunden kann Gähnen auch mehrere Ursachen haben. Ein Hund kann Gähnen um sein Wohlbefinden auszudrücken. Weiter gehört es auch zu den Beschwichtigungssignalen um das Gegenüber zu besänftigen. Weiter kann es auch eine Übersprunghandlung sein, wenn er sich zum Beispiel unsicher fühlt.

Und es kann auch ein Konfliktsignal sein, was zum Beispiel ganz wichtig beim Training ist, wenn ein Hund gähnt, hören viel auf zu trainieren, denn der Hund beschwichtigt und ist gestresst, dies ist auch ein Irrtum, denn der Hund ist in einer Konfliktsituation, das ist ein Fortschritt.

Beispiel: Ein Hund ist aggressiv gegenüber anderen Hunden, nun trainiert man, es kommt ein anderer Hund vorbei, der Hund soll zum Beispiel lernen seine Bezugsperson anzusehen, anstatt den anderen Hund anzubellen. Der Hund steht jetzt da und gähnt. Er befindet sich im Konflikt, er bellt den Hund nicht an und er schaut auch seinen Besitzer nicht an, aber es findet ein Prozess in ihm statt, er muss sich entscheiden und es findet ein Lernvorgang statt. Und das ist positiv.

 

Stubenreinheit - Mit der Nase in die Sch.... stecken

Bei vielen Menschen eine beliebte Bestrafungsmethode, damit der Hund weiß was er gemacht hat und warum er bestraft wird. Für mich und viele andere einfach nur seelische Grausamkeit.

Auch hier verliert der Hund völlig das Vertrauen in seine Bezugsperson. Wenn ein Hund in die Wohnung macht, aus welchen Gründen auch immer, sollte er kommentarlos an den Ort gebracht werden wo er hinmachen soll. Das Malheur wird ohne viel Aufsehen gesäubert und fertig.

Fatal ist auch, wenn der Hund vor längerer Zeit in die Wohnung gemacht hat und dann dafür bestraft wird, ein Hund verknüpft innerhalb von einer Sekunde, das sollte JEDEM Hundebesitzer geläufig sein und logischerweise kann er dann die Strafe absolut nicht mehr mit seiner "Tat" verknüpfen und versteht die Welt und viel Schlimmer, seine Bezugsperson nicht mehr!

Erwischt man ihn auf "frischer Tat" und straft ihn dann, kann es passieren, dass er nächstes Mal unterm Bett macht oder sich woanders versteckt, weil er gelernt hat, in Anwesenheit der Bezugsperson darf nicht mehr in die Wohnung gemacht werden oder noch schlimmer, der Hund bekommt Angst sich draußen zu entleeren, denn dort ist die Bezugsperson anwesend, er hat es dann nicht mit dem Ort sondern mit der Person verknüpft! Wieder entsteht ein Teufelskreis...

Gründe warum ein Hund in die Wohnung macht:

er ist krank / inkontinent / Blasenschwäche

er ist noch nicht stubenrein

er hat es nicht anders gelernt

er hat panische Angst vor irgendwas

er ist hyperaktiv / gestresst

er hat Schmerzen

 

Auf die Stimme kommt es an

Viele glauben, dass Hunde gut auf die Stimme des Menschen reagieren, das stimmt aber so nicht. Natürlich reagieren Hunde auf die Stimme des Menschen aber sie sind Künstler im Verstehen der Körpersprache.

Hunde reagieren viel besser auf Sitzzeichen, als auf die Stimme. das ist uns Menschen oft nicht bewusst.

Ein Beispiel:

Wir bringen dem Hund das "Sitz" bei. Unbewusst geben wir dabei immer ein Sichtzeichen, zum Beispiel den Finger heben. Versucht man nun mal nur den Finger zu heben ohne "Sitz" zu sagen, wird der Hund sich bestimmt auch hinsetzten, wird man jetzt aber mal die Hände auf den Rücken nehmen oder sich umdrehen und nur "Sitz" sagen, wird der Hund wahrscheinlich verwirrt sein und sich nicht hinsetzen, außer vielleicht er hat das Hörzeichen gut gelernt und verstanden.

 

Kleine Hunde müssen nicht erzogen werden

Es gibt Menschen die glauben, dass man kleine Hunde nicht erziehen muss. Aber man darf nicht vergessen, egal wie klein...Hunde sind und bleiben Hunde. Es ist einfach nicht gerecht, wenn kleine Hunde keine Regeln und Erziehung bekommen. Genau wie große möchten auch sie Spaß haben und ausgelastet werden. Sie möchten nicht getragen werden oder Schleifchen in die Haare bekommen. Sie möchten auch nicht aufs Katzenklo gehen, sondern auch mit anderen Hunden spielen, sich im Dreck wälzen, schnüffeln und buddeln.

Und noch etwas...so kleine Wadenbeißer können auch ganz schön weh tun!

 

Die machen das unter sich aus

Wenn Hunde sich begegnen hört man von den Besitzern oft "ach, das machen die schon unter sich aus" oder "das sieht schlimmer aus als es ist"...

Oft ist das auch so, aber es gibt auch hier wieder viele Ausnahmen, wo man auf jeden Fall eingreifen sollte.

Was ist nicht in Ordnung:

zu wildes Spiel sollte man nicht zulassen und früh genug trennen, denn Spiel ist Stressig und kann ganz schnell in Aggression umschlagen

wenn ein Hund keinen Spaß an dem Spiel hat ==> Mobbing

wenn ein Hund gehetzt und gejagt wird und er Angst und Stress hat ==> Mobbing

wenn ein Hund älter ist oder Schmerzen hat

ernsthafte Beißereien ==> Vorsicht, die eigene Sicherheit ist bei Einmischung gefährdet

 

Hundesabber macht krank

Speichel von Hunden ist ekelig, schädlich und macht krank.

1986 wurde von Wissenschaftlern nachgewiesen, dass Hundespeichel antibakteriell ist und die Heilung von Wunden beschleunigt. Deshalb lecken Hunde auch immer an Wunden. An eigenen Wunden, bei anderen Hunden oder auch beim Menschen.

 

Hunde können keine Farben sehen

Hunde können sehr wohl Farben sehen, aber anders als Menschen.

Hunde sehen die Farben Blau, Grau, Gelb und Grau.

Grün, gelb und orange erscheinen ihnen gelblich.

Violett und Blau als Blau.

Blaugrün als Grau.

Rot ist schwer zu erkennen.

Hunde achten auch sehr auf Farbkontraste.

 

Rohes Fleisch macht den Hund scharf

Das ist auch sehr großer Blödsinn, denn rohes Fleisch ist sogar gesund für Hunde. Der Hund ist ein Karnivor, genau wie der Wolf, von dem er Abstammt. Die ganzen Leute die roh füttern, ja sogar Blut (von Tieren;-) zum trinken geben müssten ja mit wilden Bestien an der Leine herumlaufen;-)

 

Diese Rasse ist so und so...ist unerziehbar...braucht eine starke Hand

Jeder Hund ist ein Individuum. Jeder Hundecharakter ergibt sich aus einer Mischung von Umwelt und Genetik, egal welcher Rasse. Es gibt natürlich Rasseunterschiede, so sind die Hunde auch für spezielle Aufgaben selektiert worden.

Aber man muss immer bedenken, dass es "DEN" Hund nicht gibt.

KEIN Hund braucht eine starke Hand, nur eine die ihn versteht und ihm artgerecht beibringt, was er lernen soll !!!!

Bellende Hunde beißen nicht...

Große Klappe nichts dahinter heißt es.

Aber das muss nicht immer so sein. Oft will ein Hund mit Bellen imponieren oder ist ängstlich.

Trotzdem kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass ein bellender Hund auch zum beißen übergeht!

 

Ein Hundejahr sind sieben Menschenjahre

Ist auch nicht richtig. Die Lebenserwartung unserer Hunde ist unterschiedlich, selbst Hunde einer Rasse. Es kommt immer auf die Lebensumstände, Größe, Rasse und die genetische Komponente an.

Diese Faustregel ist total hinfällig.

 

Der hat ein schlechtes Gewissen...der weiß genau was der getan hat...und auch bestimmt, was ihr im letzten Sommer getan habt;-))

Wie bei der Stubenreinheit schon erwähnt verknüpfen Hunde binnen einer Sekunde. Es sieht oft so aus, als ob Hunde ein schlechtes Gewissen hätten oder wüssten warum sie Ärger bekommen, weil sie Mist gebaut haben.

Beispiel:

Ein Hund mit Trennungsangst schafft Chaos in der Wohnung, wenn er alleine ist. Die Bezugsperson kommt nach Hause und bestraft ihn. Beim nächsten Mal wird die Wohnung wieder demoliert, der Hund wirkt jetzt demütig und ängstlich wenn die Bezugsperson nach Hause kommt und zwar nicht weil er ein schlechtes Gewissen hat oder weiß was er getan hat, sondern weil er vielleicht

verknüpft hat, dass es immer Ärger gibt wenn die Bezugsperson nach Hause kommt

verknüpft hat: Chaos in der Wohnung + Bezugsperson in der Nähe = N

Ihm ist nicht bewusst, dass er dafür bestraft wird, dass er Chaos in der Wohnung angerichtet hat.

 

Der ist eifersüchtig...beleidigt

Die Familie kommt zu Besuch man umarmt sich und hat meist den Hund mitten drin stehen oder mitten durch laufen. Dann heißt es schnell "der ist aber eifersüchtig".

Falsch, den "Splitten" gehört zu den Beschwichtigungssignalen, der Hund drängt sich zwischen die Menschen (oder auch Hunde) um zu Splitten, zu entkräften, damit nichts aufbauscht und Ärger gibt.

Andere Situation, der Hund wird angemault und dreht sich weg, man sieht ihn nur noch von hinten stehen oder sitzen, dann heißt es "jetzt ist er beleidigt"

Falsch, er wurde angemault und versucht jetzt den anmaulenden zu besänftigen in dem er beschwichtigt.

Hier auch wieder ein Teufelskreis, der Hund versucht zu besänftigen und die Menschen hauen noch weiter drauf, weil sie meinen, der Hund ist jetzt stur und beleidigt.

 

Der ist zu jung / zu alt zum lernen

Richtig ist, dass Welpen sich nicht lange konzentrieren können, aber falsch ist, dass sie deshalb nichts lernen können / sollen. Man macht kurze Einheiten, nicht zu schwierig und das muss auch so sein. Wie soll denn ein Welpe verstehen, warum er immer machen konnte was er wollte und dann plötzlich alles anders ist und er auf einmal vieles nicht mehr darf und machen soll...

Jeder Hund ist im Stande zu lernen ob jung oder alt, man muss immer nur die Umstände berücksichtigen.

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