Farben beim MOPS

Die erste Frage die mir immer gestellt wird: Gibt es die Farbe Merle bei den Möpsen?

Ja, die Farbe Merle gibt es und folgende Farben kommen bei den Möpsen vor.

 Zu den Standardfarben zählen: Beige/Fawn, Apricot, Schwarz

aber zusätzlich gibt es noch: Black & Tan, Merle, Platinum, Brindle (gestromt), Creme (oft als Weiß bezeichnet), Schecke, Schoko,  Panda/ Koi Panda, Pink, Pink Platinum  und Lilac!

Hier gibt es natürlich immer mal eine neue Farbvariante die sich - ob bewusst gezüchtet oder durch Zufall - ergeben kann. Auch weiße Söckchen oder ein weißes Lätzchen könne bei dem Mops auftreten, auch dann, wenn er keine Schecke ist. Dementsprechend ist es auch möglich, dass meine Liste eine Farbe nicht aufführt, da sie mir einfach noch nicht bekannt ist.

Ich würde gern noch etwas näher auf die Farben und ihre eventuellen Risiken eingehen um Irrtümer und falsche Vorkenntnis aus dem Weg zu räumen und dem einen oder anderen die Angst vor den Farben zu nehmen. 

Die Farben sind allesamt bisher unproblematisch beim Mops und es gibt keine Auffälligkeiten. Folgende Farben werden aber als riskant eingestuft:

Merle, Blau, Choco, Pink, Schecke und sogar Creme teilweise

Kommen wir gleich mal zu Merle: Merle ist ein so genannter Gendefekt. Es liegt keine Dilution (Farbverdünnung) vor. Merle ist ebenfalls unauffällig und es ist ein Irrglaube, dass die Farbe Merle kranke Tiere hervorruft. Jedoch sollte hier bedacht werden: Es darf niemals ein Merle mit einem Merle verpaart werden (MxM Verpaarung). Bei dieser Verpaarung kann es zu starken Behinderungen der Tiere kommen, was natürlich kein verantwortungsvoller Züchter möchte.

Natürlich gibt es dennoch – überall auf der Welt - Menschen die ihre Türen geschlossen halten und diese Verpaarung, trotz des Verbotes, vornehmen. Die kranken Welpen wird man niemals zu Gesicht bekommen, die verschwinden direkt nach der Geburt. Ich kenne aber mindestens  3 Züchter die absolut einwandfreie Merle Hunde züchten - immer auf das genetische Profil bedacht. 

Creme und Choco sind beide absolut bedenklos. Es liegen keine Mutationen oder Dilutionen vor. Die Tiere sind vollständig pigmentiert - und auf den Lokus Trägern E (Creme, Apricot) und B (Schoko) gelagert.  

Pink: Pink ist ein besonderer Fall. Die DNA Profile sind absolut unauffällig. Nun gibt es zwei Möglichkeiten wie Pink zustande kommt: Eine Farbe die bisher nicht in den Laboren entdeckt worden ist oder eine neue Form des Albinismus. Beide Fälle können weder bestätigt noch verneint werden. Beim Albinismus des Menschen gibt es ebenfalls verschiedene Arten. Sogar vollständig pigmentierte Menschen, die optisch nicht als Albino erkannt werden, können Albinismus tragen. Albinismus in seiner stärksten Ausprägung beim Hund (absolut weißes Fell, hellblaue und optisch rote Augen, keine Pigmente, pinke Haut) können Lichtempfindlichkeit und Hautkrebs als mögliche Erkrankungen zu Folge haben. Die pinken Möpse sind vollständig pigmentiert, haben dichtes, gesundes Fell, keine kahlen Stellen, die Haut ist stark vom Haarkleid bedeckt und hellblaue bis dunkelblaue Augen. Die Haut ist gleichfarbig wie ein beiger Mops - lediglich die Nase, Pfoten und der Schnauzenbereich sind pink, bzw. inkarnat. 

Das Risiko einer Erkrankung wird hier gering eingeschätzt. Der Ursprung der pinken Möpse liegt in den USA - eine Züchterin aus Kalifornien hat diese Farbe hervorgebracht und in 12 Jahren (trotz ständiger Sonne, Hitze und Helligkeit) ist keiner ihrer Hunde oder einer der Nachzuchten an albinotisch-typischen Krankheiten erkrankt. 

Schecke: Schecke ist eine Art von Leuzismus - der Dalmatiner ist das bekannteste Beispiel. Großflächig weiß und schwarze Punkte. Das reine Weiß (hier ist nicht creme gemeint - creme liegt auf dem E- Lokus, Schecke auf dem S-Lokus) wird durch den S-Lokus bestimmt und "radiert" sozusagen andere Farbmerkmale weg. Dalmatiner sollen oftmals an Hörverlust erkranken, bis hin zur völligen Taubheit. Wie das prozentual aussieht, dazu kann ich selbst nichts sagen. Jedoch vom genetischen Aspekt her: Schecke bedeutet nicht, dass der Hund an Hörverlust leiden wird. Auch ein guter Züchter züchtet mit Schecke, immer die Pigmente im Auge behaltend. Farbpigmente sollten sich am Ohrbereich befinden. Je mehr Pigmente sich am Kopf befinden, desto gesünder und das Risiko der Erkrankung an Taubheit ist nahezu ausgeschlossen. Vollscheckung (komplett weiß) sollte absolut vermieden werden. Aber auch hier nochmal: Hunde die Schecke tragen sind nicht als krank zu bezeichnen.

Panda: Panda ist bei Laboklin bisher nicht prüfbar. Getestete Pandas auf Schecke sind negativ. Ich persönlich denke, das ist aber meine ganz private Meinung, dass die Pandas eine Art (vielleicht Unterart) von Schecke sind. Fast alle Pandas haben keine Einschränkungen und sind an den Ohren bis hin zum Augenbereich sehr gut pigmentiert. Aber hier lässt es sich auch nur vermuten, denn wie gesagt: Per Gentest ist bisher nur ein normales Farbprofil erkennbar.

Kurzum, war das ein kleiner Einblick in die Farben. Ich möchte aber an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich keine staatliche Ausbildung in der Genetik besitze, sondern eine Züchterin für Möpse bin. Auch mir können Fehler unterlaufen :) 

Ich hoffe, dass ich euch ein wenig aufklären konnte, der eine oder andere etwas mehr mit den verschiedenen Farben anfangen kann und bestenfalls Irrtümer aus dem Weg geräumt wurden.

 

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